letztes Update des Shops: 18.05.2012

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Costa Rica - auf der Suche nach dem Erdbeerfrosch, Dendrobates Pumilio
von Benjamin Schwarz


Als ich im Sommer 1999 nach Costa Rica reiste, wollte ich natürlich außer den sonstigen Sehenswürdigkeiten, zu denen vor allen Dingen die zahlreichen Nationalparks zählen, den wohl bekanntesten Pfeilgiftfrosch aus der Gattung der Dendrobatidae an seinem Naturstandort live erleben.

Vielen ist Dendrobates pumilio ( pumilio = winzig ) auch unter dem Namen des Erdbeerfröschchens aufgrund seiner einzigartigen erdbeerähnlichen Zeichnung und Farbe bekannt.

Unter Froschliebhabern wird er auch je nach Farbe der Beine "Schwarz - oder Blaubeiner" genannt. Ein ausgewachsenes Tier wird nur ca. 20 -25mm groß. Er zählt damit zu den kleinsten Arten seiner Gattung. Bei dieser Farbvariante handelt es sich um die in Nicaragua und Costa Rica vorkommenden Varianten. D. pumilio ist einer der Farbreichsten unter den Pfeilgiftfröschen. Man findet die verschiedensten Farbvarianten auf dem Festland und dem Bocas del Toro Archipel südlich von Limon in Panama.

Ich versuchte D. pumilio am Rio Sarapiqui zu finden. Dieser Fluß liegt ca. 120 km von der Karibikseite nordöstlich von der Cordilera Central. Er fließt am Rande der kleinen Stadt Puerto Viejo de Sarapiqui und mündet in den Rio San Juan. Erst ist wegen seiner Bootstouren bekannt wo man z.B. Grüne Leguane ( Iguana Iguana ) oder Affen in den Bäumen am Ufer des Flusses beobachten kann.

Als Anhaltspunkt nenne ich die biologische Station Selva -Verde. Ebenfalls nicht weit vom Rio Sarapiqui entfernt, befindet sich die bekannte Forschungsstation und Touristenattraktion Rara Avis.

Meine Suche nach den roten Fröschchen war nicht umsonst. Ich konnte nach einem starken Regenschauer eine Gruppe von mehreren Erdbeerfröschchen direkt am Steilufer des Flusses finden. Um die Frösche zu finden, sollte man sich früh auf den Weg machen. 6.00 Uhr und nach jedem Regenguss ist eine gute Zeit und mit etwas Glück und der richtigen Stelle, sollten jeder einige Frösche finden. Die Bodentemperatur betrug im Juli ca.25 - 26° C. Sie sanken Nachts nie unter 23° C. Die relative Luftfeuchtigkeit betrug am Tage 60 - 75%. In der Nacht 80 - 90%. Die Lufttemperatur betrug am Tage 27 - 30° Celsius.

Die kleinen roten Frösche hielten sich in der unteren Vegetation unter Blättern und Wurzeln auf. Besonders interessant war für mich die Vegetation des Bodens auf dem die Frösche lebten. Unter der schwarzen Erde befand sich eine ca. 25cm dicke Laubschicht. Einige Stellen waren dicht mit Moos bewachsen. Begonien und Farne waren der Hauptflanzenanteil an dieser Stelle. Die Wurzeln waren dicht mit Moos bewachsen und waren ein Ideales Versteck für D. pumilio. Helikonien, Philodendron und Diefenbachien kamen auch nicht selten vor.

Auch auf einer Bromelie, ( Guzmania monostachia ) die in zwei Metern Höhe an einem Baum in der Nähe des Flusses wuchs, konnte ich ein rufendes Männchen entdecken. Diese Bromelie konnte ich am Rio Sarapiqui oft an Bäumen entdecken und erkannte sie sofort an der wunderschönen ährenförmigen rot - weißen Blüte.

Bei dem zu pflegenden D. pumilio ist der sog. Schwarz - oder Blaubeiner ( Das Erdbeerfröschchen) aus Costa Rica und Nicaragua sehr schwierig im Terrarium zu halten und zu vermehren. Die Tiere sind schwer an das Leben in Gefangenschaft zu gewöhnen. Man sollte dabei eine Variante von den Inseln Panamas auswählen. Frösche von der Isla ( Insel ) Bastimentos sind dagegen leichter zu pflegen und zu vermehren. Das Fortpflanzungsverhalten spielt sich oft in einer Bromelie ab, wo sich diese Frösche auch sonst oft aufhalten.

Dabei animiert das Männchen durch Rufen sein Weibchen und lockt es so zu einem Ablaichplatz auf einem Bromelienblatt. Dort legt das Weibchen 5 - 13 Eier ab. Das Rufen des Männchens dient nicht nur zur Fortpflanzungsanimierung ,sondern auch zur Revierverteidigung gegenüber einem anderen Männchen. Nach ca. 10 Tagen nimmt das Weibchen die sich entwickelten kleinen Kaulquappen einzeln auf den Rücken und sucht Wasseransammlungen zum Absetzen der Quappen auf. Dabei kann es vorkommen, daß der Frosch einige Tage mit der Quappe auf dem Rücken eine geeignete Wasserstelle sucht. Es kommt nicht selten vor, das D. pumilio seine Quappen in ausgetrockneten , mit Wasser gefüllte Schalen von einer Kakaofrucht absetzt. Vereinzelt konnte ich einige ältere Kakaobäume entdecken.

Costa Rica ist auch ohne Froschbegeisterung immer eine Reise wert und man sollte sich selbst von der reichen Flora und Fauna überzeugen, solange es sie noch so zahlreich dank der vielen Nationalparks gibt.

Pflanzen im Biotop von Dendrobates Pumilio

Gattung Art Vegetation
Selaginella ( Selaginellaceae ) flagellata Untere Vegetation
anceps dto.
Farne Polypodium angustifolium Untere bis mittlere Vegitation
(epiphytisch)
crassifolium dto.
lycopodioides dto.
Bromelien ( Bromeliaceae ) Epiphytische Baumbewohner
Guzmania monostachia dto.
ligulata dto.
Vriesia bicolor dto.
grandiflora dto.
Aechmea angustifolia dto.
mariae reginea dto.
nudicaulis dto.
Helikonien ( Helikoniaceae) imbricata Untere Vegetation
mariae dto.
umbrophila dto.
costaricensis dto.
Ficus maxima Epiphytische Baumbewohner
citrifolia dto.
costaricana dto.
Philodendron alliodorum Untere bis mittlere Vegitation
(epiphytisch)
aurantiifoium dto.
herbaeum dto.
sagittifolium dto.
Orchideen ( Orchideaceae ) pusiola Epiphytische Baubewohner
Dryadella simula dto.
Ecyclia abbreviata dto.
fragans dto.
Epidendrum cristatum dto.
isomerum dto.
nocturnum dto.
Maxillaria acutifolia dto.
fulgens dto.
uncata dto.
tenuifolia dto.
Pleurothalis aristata dto.
grobyi dto.
lewisii dto.





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